"Uraufführung bejubelt"

24.07.2017

 

„Mit 'Lutherischem Jubelgeschrey' begann das Schwörkonzert im voll besetzten Münster, mit zwei Sätzen aus Michael Altenburgs 'Gaudium Christianum' von 1617 – auch damals hatten Reformationsfeierlichkeiten angestanden. [...] Eine frühbarocke Festlichkeit mit Pauken und Trompeten, mächtig gesungen im 160-köpfigen Verbund von Motettenchor der Münsterkantorei und Ulmer Oratorienchor.“

„Mendelssohns 'Reformations-Sinfonie', 1832 uraufgeführt, folgte. [...] Verdienter Zwischenapplaus und darauf die Choralkantate 'Verleih uns Frieden gnädiglich'.“

„Und noch einmal wurde gefeiert im Schwörkonzert, romantisch erhaben: mit Otto Nicolais kirchlicher Festouvertüre 'Ein feste Burg ist unser Gott', mit Choral, Fuge und eindringlichem Amen. Da war es in der Tat ein zur Besinnung mahnender Kontrapunkt, dass Jürgen Grözinger in seinem Auftragswerk 'Nacht und Morgen' den Luther-Choral 'Aus tiefer Not schrei ich zu Dir' als Leitthema gewählt hatte. Es gelang eine umjubelte, im halligen Kirchenraum klangspektakuläre Uraufführung: zwischen Percussion-Beben, ja Pauken-Detonationen, Glocken-Mysterium und eindringlichem Gesang. 'Parlando' nennt Grözinger die Stellen des Chors, in denen die Akteure modern verfremdet Luthers 95 Thesen rezitieren – vorne, in den ersten Reihen vor dem Kreuzaltar tönte das wie ein brutaler Aufruhr.  'Nacht und Morgen': Am Ende aber geht der Mensch zuversichtlich in hellem C-Dur in den neuen Tag.“

„Die vorzüglichen Chöre stellten sich gegenüber im Süd- und Nordschiff auf, nahe der Schlagzeug-Zentrale – so hatten jetzt die Zuhörer im mittleren Hauptschiff auch ein theatralisches Seh-Stück.“

„Großer Applaus für eine mutige, wirkungsvolle Uraufführung unter Wielands Leitung.“

Jürgen Kanold in der Südwest Presse vom 24.07.2017. Zum vollständigen Artikel geht es hier.

 

Die letzten beiden Fotos: Cornelius Bierer