„Die ganze Pracht der italienischen Musik“

27.11.2018

„Der Oratorienchor Ulm führt die 'Messa per Rossini' in der Pauluskirche auf. Das von 13 Komponisten geschaffene Requiem hat eine ungewöhnliche Geschichte - und war lange verschollen.“


„Thomas Kammel sorgte am Abend des Ewigkeitssonntags in der Pauluskirche mit dem Oratorienchor Ulm und der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben für die – umjubelte – erste Aufführung der zweistündigen Messe in Ulm.“

 

„Das Requiem feiert in erster Linie die italienische Musik; zusätzlich ist der Anreiz nicht zu unterschätzen, gerade zur Zeit der Vollendung Italiens, die um 1870 geschah, ein Gemeinschaftswerk von Komponisten zu präsentieren, die von Venedig und Mailand bis Palermo und Neapel aus den verschiedensten Landesteilen kamen.“


„Unter der konzentrierten Leitung von Thomas Kammel gelang es dem Oratorienchor, die jeweiligen Schwerpunkte der 13 Komponisten hörbar zu machen – so unterschiedlich die unmittelbar aufeinander folgend im Gesamtwerk sind: Der vom Klaviervirtuosen und Konservatoriumsprofessor Antonio Bazzini komponierte zweite der 13 Teile der Messe beispielsweise kommt technisch extrem schwierig und musikalisch komplett anders daher als die Werkteile, die von Opernkomponisten erdacht wurden. Bei ihnen – wie Pietro Platania oder Antonio Cagnoni – liegt der Schwerpunkt der Komposition auf Belcanto-Arien [...]. [...] Gewaltig donnert das 'Confutatis maledictis' Raimondo Boucherons; Carlo Coccia gestaltete das 'Amen' zu immer neuen musikalischen Kunstfiguren, und Giuseppe Verdis Finale 'Libera me' schien gegen Ende der Aufführung den Boden der Pauluskirche beben zu lassen.“

„Dominierende Solistin der Aufführung war die italienische Sopranistin Selene Zenetti, die über die ganze Aufführung hin brillierte, vor allem aber in Verdis 'Libera me' den Höhepunkt des Abends gestaltete. Beeindrucken konnten auch Bassbariton Ardalan Jabbari und Bariton Andrejs Krutojs [...]. Bei allem Glanz der Solisten: Besonderer Beifall galt aber auch dem Oratorienchor selbst, dessen klare Artikulation und Dynamik gerade in diesem variantenreichen Werk zum Tragen kam.“

Dagmar Hub in der Augsburger Allgemeinen vom 27.11.18.

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Foto: P. Hönig

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